Die Löschteams auf Teneriffa halten den Waldbrand rund um die bewohnten Gebiete in Schach. Das ist ein großer Erfolg, denn dadurch kann sich das Feuer aktuell zumindest in den bewohnten Gebieten nicht weiter ausbreiten. Erste Anwohner können in ihre Häuser zurückkehren.
Etwa 600 Menschen waren in Sicherheit gebracht und bei Freunden, der Familie oder in Notunterkünften untergebracht worden. Schnell hatte sich der am Donnerstag ausgebrochene Waldbrand auf Teneriffa ausgebreitet. Die Flammen verschlangen bisher mehr als 2800 Hektar Wald und Fläche. Die Ausdehnung des Feuers beträgt entsprechend gut 28 Kilometer.
Durch die Rückkehr der meisten Anwohner kehrt auf Teneriffa ein Stück Normalität zurück. Und das, obwohl es für Jubel noch zu früh ist. Denn das Feuer konnte zwar eingedämmt, längst jedoch noch nicht kontrolliert werden.
Waldbrand auf Teneriffa wütet weiter am Teide
Insbesondere am Teide breiten sich die Flammen weiter aus. Und die kommenden Tage werden “besonders schwierig”, heißt es aus der Leitstelle. Denn das Wetter wird auf der gesamten Insel, und damit auch im Brandgebiet, wieder wärmer und die Trockenheit dadurch noch extremer.
Nach Angaben der Koordinierungsstelle sei bei La Fortaleza am Rande des Teide-Nationalparks weiterhin ein Feuer aktiv. Die weiteren drei Fronten befänden sich derweil “in einer Stabilisierungsphase”.
Trotz der Öffnung für Anwohner bleiben die Zugangsverbote für Wanderer bestehen. Julio Pérez, in der Regierung der Kanarischen Inseln für Sicherheit zuständig, sagte, dass die Sperrungen der Waldgebiete Teneriffas ebenso wie die Sperrung mehrerer Straßen, wie bei Icod el Alto oder die der TF-21, die La Orotava mit Boca Tauce verbindet, bestehen bleiben.
Waldbrand auf Teneriffa – weniger Luftunterstützung
Montserrat Román, Leiterin des Zivilschutz- und Notfalldienstes der Regierung der Kanarischen Inseln, sagte unterdessen, dass es Einbußen bei der Luftunterstützung gebe. Bereits am Vortag musste ein Wasserflugzeug mehrere Stunden lang repariert werden. Zudem müsse mindestens ein Hubschrauber abgestellt werden.
“Wir brauchen den Hubschrauber für Not- und Rettungseinsätze”, sagte die Expertin. Hintergrund sei die Wellenwarnung, die vom spanischen Wetteramt Aemet ausgegeben wurde. Leider bringen sich immer wieder Urlauber in Gefahr. Um darauf reagieren zu können, muss die Luftunterstützung entsprechend zurückgefahren werden.
Waldbrand auf Teneriffa: Das sind die zwei möglichen Szenarien des Einsatzleiters
Über Nacht hatten zuletzt 105 Personen am Boden weiter gegen die Waldbrände auf Teneriffa angekämpft. Tagsüber sind zudem bis zu zehn Einheiten in der Luft und 150 Personen am Boden aktiv. Diese Zahlen sind – mit den genannten Abstrichen – mit denen zu Beginn des Feuers vergleichbar.
Pedro Martínez, technischer Leiter der Löscharbeiten, erwartet “mit dem Temperaturanstieg zwei mögliche Szenarien: Entweder kann die Luftunterstützung die Brandherde weiter eindämmen und abkühlen, oder wegen der Hitze können einige Hot Spots reaktiviert werden”. Der Brandschutz-Experte sieht dabei “insbesondere die aktive Zone im Teide Nationalpark und die Hänge von Tigaiga, unterhalb der Kontrollzonen oder sogar die Gebiete darüber” als mögliche Punkte für neu auflodernde Flammen.
Daher sollen die Mittel “im Falle eines Rückschlags” in Bereitschaft bleiben und angesichts des Temperaturanstiegs “auf beide möglichen Situationen vorbereitet sein”, sagte Martínez. Die Aussichten seien dennoch weiterhin positiv, “wenn diese Eventualitäten anhalten und es keine größeren neuen Ausbrüche gibt”.
Der Waldbrand auf Teneriffa war am vergangenen Donnerstag ausgebrochen. Teneriffas Insel-Präsident Pedro Martín sprach schnell von möglicher Brandstiftung. Zu den Gründen für den Ausbruch gibt es derzeit allerdings noch keine neuen Ermittlungs-Ergebnisse.
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Waldbrand auf Teneriffa besonders am Teide weiter aktiv
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