Seit Beginn der Corona-Pandemie sind fast 60.000 Arbeitsplätze auf den Kanarischen Inseln verloren gegangen. Die Arbeitslosigkeit ähnelt inzwischen den Werten von 2014. Auch im Mai, dem Monat der schrittweisen Deeskalation, kamen weitere Arbeitslose hinzu. Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene sind betroffen.
Zwar haben viele Unternehmen im Mai ihre Tätigkeit wieder aufgenommen, dennoch sind in der Deeskalations-Phase des Alarmzustandes auf den Kanarischen Inseln weitere Arbeitslose hinzugekommen. Insbesondere der ausbleibende Tourismus macht dem Arbeitsmarkt des Archipels trotz der schrittweisen Lockerungen arg zu schaffen.
Knapp 60.000 Arbeitslose durch Corona-Pandemie auf den Kanaren
Im Mai sank die Zahl der Sozialversicherten erneut um 693. Zusammen mit den Zahlen von März (19.964 Personen) und April (38.831 Personen) gab es einen Rückgang um fast 7,5 Prozent. Insgesamt sind während der Pandemie rund 59.500 Arbeitslose hinzugekommen.
Nach Angaben des Ministeriums für Beschäftigung und soziale Sicherheit gibt es derzeit 758.715 Sozialversicherungsmitglieder, was einem Rückgang um 7,2 Prozent im Vergleich zum Februar 2020, also vor dem Ausbruch der Pandemie, entspricht. Damals hatte es auf den Kanaren noch 818.141 Beitragszahler gegeben.
Corona-Effekt: Arbeitslosigkeit so stark wie zuletzt 2014
In den einhergehenden Arbeitslosen-Zahlen schlägt sich der Trend gleichermaßen nieder: Im Mai stieg die Arbeitslosigkeit auf den Inseln nochmals um 6093 Personen (+2,3 Prozent) gegenüber den bereits stark von Arbeitslosigkeit geprägten Vormonaten an. Im März hatte es 9,5 Prozent mehr Arbeitslose gegeben und im April sogar 12 Prozent.
Durch die Pandemie-bedingten Job-Verluste ist die Zahl der Arbeitslosen auf den Kanaren nun auf 261.074 angestiegen, was einem Rückfall auf die Werte von Ende 2014 entspricht. Zusätzlich zu den Arbeitslosen waren noch immer mehr als 200.000 Personen von ERTE, einer Art spanischem Pendant zur deutschen Kurzarbeit, betroffen.
Kanaren: Jugend-Arbeitslosigkeit steigt enorm
Von der Arbeitslosigkeit waren im Mai insbesondere junge Menschen betroffen: Bei den unter 25-Jährigen kamen erneut 5,47 Prozent hinzu. Die Jugendarbeitslosigkeit stieg damit im Vergleich zum Vorjahr sogar um satte 50 Prozent. Und aus Arbeitgeber-Kreisen hieß es nach der Veröffentlichung der jüngsten Zahlen, dass man über alle Altersgruppen hinweg auch für die kommenden Monate nur mäßig optimistisch sei.
Nahezu alle Wirtschaftsbereiche trugen zum Anstieg der Arbeitslosigkeit bei. Lediglich das Baugewerbe zeigte sich stabil. Dort wurden im Mai sogar 908 Arbeitslose weniger registriert. Im Hotelgewerbe stieg die Arbeitslosigkeit hingegen um weitere 1390 Personen, in der Landwirtschaft um 220 Personen, in der Industrie um 139 Personen und im Handel um 1450 Personen.
Bezogen auf die jährlichen Zahlen steht das Hotelgewerbe erwartungsgemäß am schlechtesten da: Der Anstieg der Arbeitslosigkeit liegt dort kumuliert bei knapp 40 Prozent.
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Kanaren: Corona lässt Arbeitslosigkeit drastisch ansteigen
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