Gut 5500 Hektar sind auf Madeira bereits von einem großen Waldbrand verwüstet worden. Und es gibt weiter keine Kontrolle über die Flammen. Die Regierung der zu Portugal gehörenden Insel hat jetzt die EU um Hilfe gebeten.
Madeira liegt keine 500 Kilometer von den Kanaren entfernt. Damit gehört die Insel zu den direkten Nachbarn des kanarischen Archipels. Und dort erinnert man sich gut an die Zerstörung durch die jüngsten Waldbrände. Zunächst stand Gran Canaria in Flammen, dann La Palma und im Vorjahr schließlich Teneriffa, wo es den größten Waldbrand seit vielen Jahrzehnten gab.
Jetzt ereilt auch Madeira dieses Schicksal. Bereits 200 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Und die 125 Einsatzkräfte geraten an ihre Belastungsgrenze. Die EU hat nun Hilfen angekündigt. Ohne diese Unterstützung wird Madeira auch nicht gegen das Feuer ankommen, das bereits große Teile der Grünflächen nachhaltig zerstört hat.
Nachbarn der Kanaren: Feuer auf Madeira außer Kontrolle
Zuletzt entsandte Spanien zwei Löschflugzeuge. Diese trafen über Madeiras Nachbarinsel Porto Santo ein. Damit reagierte das Nachbarland am schnellsten auf die Hilfe-Ersuchen.
Umweltschützer teilten mit, dass der zum Unesco-Weltnaturerbe gehörende Lorbeerwald bereits von den Flammen erreicht wurde und teilweise brenne. Der Regionalpräsident Miguel Albuquerque widersprach den Angaben.
Dieser war in den vergangenen Tagen scharf kritisiert worden. Er habe seinen Sommerurlaub nicht schnell genug unterbrochen, als die Feuer ausbrachen, lautete der Vorwurf. Albuquerque hingegen konterte, der Alarmismus müsse aufhören.
Unterdessen fachen starke Winde die Flammen immer wieder an und treiben sie in verschiedene Richtungen. Das erschwert die Löscharbeiten erheblich, berichten die Einsatzkräfte. Es entstanden drei wesentliche Feuer-Fronten. Und sie breiten sich vornehmlich in einem nur schwierig zu erreichenden Gebiet aus.
Trotz Waldbränden: Insel soll Normalität beibehalten
Laut regionalen Behörden solle vor allem verhindert werden, dass sich die Flammen im Lorbeerwald ausbreiten und ein Wasserkraftwerk die Region des Pico Ruivo, dem höchsten Berg der Insel, erreichen.
Madeira liegt wie die Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean. Die Insel hat eine Fläche von 741 Quadratkilometern und ist damit nur unwesentlich größer als la Palma. Die 250.000 Einwohner sollen laut Regional-Regierung allen Sommerfesten nachgehen. Man wolle bewusst eine Normalität beibehalten und keine Veranstaltungen absagen, hieß es.
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Direkter Nachbar der Kanaren: Waldbrand frisst sich durch Madeira
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