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Europäischer Weinritterorden: D.O.P. Islas Canarias


Denominación de Origen Protegida Islas Canarias (D.O.P.) ist die spanische Übersetzung für die geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) Kanarische Inseln. Hier finden Sie einen Überblick über die verschiedenen D.O.P.-Regionen und die wichtigsten Rebsorten der Kanarischen Inseln.

Von Kooperationen – Lesedauer: 5 Minuten – 0 Leserkommentare bei Kanaren News

Die Kanarischen Inseln sind Heimat der südwestlichsten und höchsten Weinberge Europas, genährt von heißer Asche. Das subtropische Klima und die fruchtbare Vulkanerde sind optimale Bedingungen für den Weinbau.

Angebaut wird eine Vielzahl von einheimischen und spanischen Rebsorten. Die gängigsten Rebsorten sind unter anderem Listán Blanco, Listán Negro und Malvasía. Die Malvasía hat bereits seit dem Mittelalter Tradition. Ihr Anbau auf den Kanarischen Inseln geht auf das 15. Jahrhundert zurück.

Verband der Weinbauern und Winzer der Kanarischen Inseln (AVIBO)

Die 2011 von der Asociación de Viticultores y Bodegueros de Canarias (AVIBO) ins Leben gerufene, geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) der Kanarischen Inseln ist eine integrierte Initiative mit dem Ziel, den regionalen Markt zu konsolidieren, um die internationale Vermarktung der kanarischen Weine in Angriff zu nehmen.

Die Kanarische D.O.P. ist eine freiwillige Initiative, die verschiedene Familienkellereien aus Teneriffa, Gran Canaria, La Gomera, Fuerteventura, La Palma, Lanzarote und El Hierro zusammenbringt. Diese Kellereien repräsentieren die Weinbaukultur des Archipels. Jede von ihnen ist ein Zeugnis jahrhundertealter Tradition und handwerklicher Anbaumethoden, die zu einzigartigen und charakteristischen Weinen aus den verschiedenen Anbaugebieten der Kanarischen Inseln führen.

Die Geschichte des kanarischen Weinbaus

Sieben der acht Inseln des kanarischen Archipels sind seit 500 Jahren die Heimat von Weinen. Der kanarische Weinbau hat seinen Ursprung bereits im frühen 15. Jahrhundert. Begeistert von der Entdeckung Amerikas, beschlossen die europäischen Königreiche, in den Atlantik zu expandieren. Nach einem Jahrhundert voller Streitigkeiten fielen die Kanarischen Inseln schließlich an die Krone von Kastilien.

Infolge spanischer, portugiesischer, italienischer und französischer Einflüsse wurde die kanarische Kultur nachhaltig geprägt. Die Kanarischen Inseln wurden zum ersten Weinanbaugebiet der neuen Welt und entwickelten sich im 16. und 17. Jahrhundert zum kommerziellen Epizentrum des Weins. Diese Vormachtstellung wurde jedoch im Jahr 1703 durch den Vertrag von Methuen zwischen Portugal und England beendet.

Kanaren bleiben von Europas Reblaus-Plage verschont

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam es in Europa zu einer Reblausplage, die einen großen Teil der Rebstöcke vernichtete. Von dieser Plage blieben die Kanarischen Inseln Gott sei Dank verschont. Da die Reblaus bis zu den Kanarischen Inseln nicht vorgedrungen war, ergab sich für den kanarischen Weinbau eine neue Chance. So wurden die vulkanischen Böden der Kanarischen Inseln zu einem natürlichen Reservoir von Sorten, die bereits ausgestorben waren und heute wieder aufblühen.

Die Kanarischen Inseln bewahren ein uraltes Weinbau-Erbe mit Rebstöcken aus der Zeit vor der Reblausplage. Diese alten Rebstöcke haben es geschafft, die Zeit in einer außergewöhnlichen natürlichen Umgebung zu überstehen. Unter dem Einfluss der atlantischen Winde entstehen auf jeder der Inseln vulkanischen Ursprungs faszinierende Weine, die in der ganzen Welt Anerkennung finden.

Die D.O.P.-Regionen der Kanarischen Inseln

Die Kanarischen Inseln verfügen insgesamt über 11 Anbaugebiete mit geschützter Ursprungsbezeichnung (D.O.P.):

  • Lanzarote
  • Fuerteventura
  • Gran Canaria (ehemals Monte de Lentiscal)
  • La Palma
  • La Gomera
  • El Hierro
  • Abona, Teneriffa
  • Tacoronte-Acentejo, Teneriffa
  • Valle de Guimar, Teneriffa
  • Valle de la Orotava, Teneriffa
  • Ycoden-Daute-Isora, Teneriffa

Während bei den kleineren Inseln und Anbauflächen die ganze Insel als spezielle Herkunftsbezeichnung dient, gibt es auf Teneriffa, das auch die meisten Rebflächen besitzt, gleich fünf DO-Nominationen.

Lanzarote

Lanzarote ist berühmt für seine mondähnlichen Landschaften und ist die östlichste Insel des kanarischen Archipels und diejenige, die Afrika am nächsten liegt. Auf den Böden, die von Vulkanasche bedeckt sind, werden einige der kuriosesten Weinbaupraktiken der Welt angewandt, aus denen heute einzigartige Weine entstehen.

Die wichtigsten Rebsorten auf Lanzarote sind: Malvasía Volcánica, Listán Negro und Listán Blanco.

Fuerteventura

Fuerteventura ist mit 20 Millionen Jahren die älteste Insel des kanarischen Archipels und liegt 97 Kilometer vor der nordwestlichen Küste Afrikas. Trotz einer glorreichen Weinbauvergangenheit verlor der Weinbau auf der Insel aufgrund von Wasserknappheit an Bedeutung. Heute werden jedoch wichtige Maßnahmen ergriffen, um das Weinbauerbe der Insel wiederherzustellen und aufzuwerten.

Die wichtigsten auf Fuerteventura kultivierten Rebsorten sind: Listán Negro, Listan Prieto und Tintilla.

Gran Canaria

Der “Miniaturkontinent“. So ist Gran Canaria bekannt, eine Insel, die eine Vielfalt an Landschaften, Mikroklimata und Vegetation bietet. Der Weinbau begann mit den spanischen Siedlern im 15. Jahrhundert, und auch heute noch sind der Respekt vor den Traditionen und die einheimischen Rebsorten Teil des Geschmacks der Weine.

Die wichtigsten Rebsorten auf Gran Canaria sind: Listán Blanco, Listán Negro und Breval.

La Palma

Trotz ihrer geringen Fläche verfügt La Palma über eine zerklüftete Geografie, die ihr eine bemerkenswerte Vielfalt an Mikroklimata und Anbaugebieten verleiht. Was den Weinbau anbelangt, so blickt die Insel auf ein halbes Jahrtausend Geschichte zurück, die sie zu einem lebendigen Zeugnis des universellen Weinbaus macht.

Auf La Palma werden mehrere Rebsorten angebaut: Listán Blanco, Malvasía Aromática, Negramoll und Albillo Criollo.

La Gomera

La Gomera liegt im westlichen Teil des Archipels und ist eine gebirgige Insel mit einer natürlichen Schönheit, die ihr 2012 die Anerkennung als Biosphärenreservat einbrachte. Die terrassenförmig in die Berghänge gehauenen Weinberge zeugen von der Hartnäckigkeit der Winzer La Gomeras.

Auf La Gomera werden drei gängige Rebsorten kultiviert: Listán Blanco, Listán Negro und Forastera Gomera.

El Hierro

El Hierro ist die südwestlichste Insel des Archipels und entstand durch mehrere Vulkanausbrüche, die vor einer Million Jahren stattfanden. In den Weinbergen findet man ein reiches Weinbauerbe mit hundertjährigen Rebstöcken und traditionellen Anbaumethoden, die den Weinen Leben einhauchen.

Die wichtigsten Rebsorten auf El Hierro sind: Listán Blanco, Listán Negro, Vijariego Negro, Vijariego Blanco und Baboso Negro.

Teneriffa

Teneriffa, die größte der Inseln des Archipels, verfügt über die größte Weinanbaufläche, etwa 65 % der Gesamtfläche der Kanarischen Inseln. Auf Teneriffa haben zahlreiche Rebsorten überlebt, die auf dem Rest der Erde ausgestorben sind. Das Erstaunlichste an Teneriffa ist die Vielfalt der Klimazonen, die es bietet.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass allein die Insel Teneriffa über fünf DO-Nominationen verfügt:

  • Abona
  • Tacoronte-Acentejo
  • Valle de Guimar
  • Valle de la Orotava
  • Ycoden-Daute-Isora

Begünstigt durch die verschiedenen Klimazonen, gedeiht auf Teneriffa auch eine große Vielfalt an Rebsorten: Listán Blanco, Listán Negro, Baboso Negro, Negramoll, Malvasía Aromática, Albillo Criollo, Marmajuelo, Gual, Tintilla, Vijariego Blanco und Vijariego Negro.

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Jardín de Variedades Canarias: Die Insel Teneriffa verfügt über eine Vielzahl an kanarischen Rebsorten, wie der Garten der Bodegas VIÑÁTIGO in La Guancha zeigt. Foto: Sylvia Kreye (OEVE)

Nähere Informationen über die verschiedenen Anbaugebiete und Rebsorten finden Sie auf der Homepage des Europäischen Weinritterordens (OEVE) sowie auf der Webseite des Verbandes der Weinbauern und Winzer der Kanarischen Inseln (AVIBO).

Der Europäische Weinritterorden, auch unter dem lateinischen Namen Ordo Equestris Vini Europae (OEVE) bekannt, wurde im Jahr 1984 gegründet. Der OEVE hat kürzlich eine Legatur auf Teneriffa gegründet. Der OEVE freut sich über neue Mitglieder. Wer gern Mitglied werden möchte, kann sich mit Kurt Helmut Mogy, Stiftungskomtur der Legatur Spanien-Tenerife, in Verbindung setzen unter kurt.mogy.oeve@gmail.com.


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